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Katharina Hemmert, die selber ein Jahr lang in Manila gelebt hat, hat folgendes geschrieben:
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Sonntag, 20.08.2005
Hi!
Ich bin Katharina, die bei euch in der Jugend mal einen Vortrag über die Philippinen gehalten habe.
In zwei Wochen bin ich wieder auf den Philippinen, und da ich gehört habe, dass ihr zwei Patenkinder habt, wollte ich euch den Vorschlag machen, dass ihr
nächsten Donnerstag in der Jugend vielleicht einen Brief an die beiden schreibt (auf Englisch).
Muss ja nicht der ganz große Brief werden, sondern nur dass die beiden euch etwas kennenlernen!
Ihr könnt ja überlegen, ob ihr dazu Bock habt. Wenn ja, könnt ihr euch ja schon mal bis Donnerstag Gedanken machen, was ihr schreiben möchtet,
und das dann mit den Mitarbeitern zusammen machen oder so.
Liebe Grüße,
Katharina
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Mit den vielen Spendeneinnahmen, die wir im vergangenen Jahr sammeln konnten, war es uns möglich, zwei Patenkinder zu übernehmen. Die beiden Kinder aus Manila werden
wir sechs Jahre lang finanzieren. Hierfür fehlen uns noch Spendengelder für drei Jahre.
Erwin und Frank John werden die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen, und bekommen jeden Tag etwas zu essen.
Hier einige Informationen zu unseren Patenkindern:
Erwin Dequangco
aus Manila; Geburtstag: 17. März 1992
Erwin ist vierzehn Jahre alt. Er besucht zur Zeit die fünfte Klasse der Elementary School. Er lebt seit Februar 2005 im Kaagapay-Straßenkinderzentrum.
Erwin entstammt einer zerrütteten Familie. Er ist das zweite von fünf Kindern von Marilou und Marcelo Dequangco. Erwin ist siebzehn, Marvin dreizehn, Mariane zehn
und Stiefschwester Placida sieben Jahre alt. Aufgewachsen ist er in Montalban in Rizal, einem kleinen Ort weit weg von Manila. Die Eltern trennten sich, als Enrin sechs Jahre
alt war. Die Mutter, eine sehr einfache Frau, kümmerte sich um ihre Kinder. Um die Kinder durchzubringen, verkauft sie Gemüse. Der Vater kümmerte sich seither
überhaupt nicht mehr um seine Kinder, weder finanziell noch sonst in irgendeiner Weise. Die Mutter lebt schon seit Jahren mit einem anderen Mann zusammen, mit dem sie
auch ein Kind hat. Die Wohnverhältnisse sind unglaublich einfach und bescheiden.
Das dritte Schuljahr der Elementary School absolvierte Erwin noch in seinem Heimatort. Aber aufgrund permanenter wirtschaftlicher Probleme und Spannungen im Häuschen der
Mutter sowie mangelnder Zuwendung verließ er sein Elternhaus im Jahre 2002 im Alter von zehn Jahren und machte sich auf den Weg nach Manila. Er hoffte, dort irgendwo
unterzukommen. Seinen Angaben zufolge lebte er ein Jahr im Haushalt eines Barangay Captains (Ortsvorstehers). Dann zog er es vor, mit anderen Straßenkindern auf den
Straßen Manilas zu leben. Er sammelte Müll, um einige Pesos zu verdienen, und schlief in parkenden Jeepneys (Taxis). Er rauchte, schnüffelte, machte
Glücksspiele und hing mit anderen Jungen auf der Straße herum. Natürlich ging er nicht mehr zur Schule.
Im Jahr 2004 kam er in Kontakt mit Sabine Hamann und den anderen Mitarbeitern vom Dropin-Center. Im Dropin werden die Straßnkinder, ausschließlich Jungen,
nur tagsüber betreut. Ubernachten können sie dort nicht. Dort konnte eine gute Beziehung zu ihm hergestellt werden. Anfangs wollte er über seine Familie nicht
reden. So nach und nach war er in der Lage auszudrücken, wie es ihm in seiner Familie ging, dass er gehänselt und geschlagen wurde und kaum Liebe und Zuneigung
erfahren hatte, sodass er sich entschied, eines Tages sein Elternhaus zu verlassen. lm Dropin war er anfangs kaum in der Lage, Regeln einzuhalten und sich einzuordnen. Er gab
seine Antwort oft mit seinen Fäusten. Aber mit der Zeit fasste er Vertrauen, er gewöhnte sich Manieren an und war in der Lage, Korektur anzunehmen.
Im Februar 2005 wurde er vom Dropin-Center in das Kaagapay-Zentrum vermittelt. Von dort wurde er in 2005 / 2006 in die vierte Klasse der Grundschule in Manila geschickt. Er
erhielt einen Preis zum Schuljahresabschluss. Seit Juni 2006 besucht er nun die fünfte Klasse der Elementary School. lm Kaagapay hilft man Erwin, mit seinen Verletzungen,
die er in seiner Kindheit und auch auf der Straße zugefügt bekommen hat, umzugehen. Er erlebt, dass er angenommen und akzeptiert wird, dass man sich in
verschiedener Weise um ihn kümmert. Er erhält Zuwendung, Ermutigung und Korrektur. Auch legt man großen Wert auf christliche Verkündigung und christliche
Wertevermittlung. Tatsächlich hat sich bei Erwin in seinem Verhalten manches zum Positiven gewandelt. Erwin ist dankbar für all die Zuwendung und Unterstützung,
die er im Dropin sowie im Kaagapay erhielt und noch erhält.
Vom Kaagapay wurde bereits im April 2005 ein Kontakt zu seiner Mutter in der Provinz hergestellt. Ziel ist es, dass sich Erwin eines Tages mit seiner Mutter wieder ganz
versöhnt. Vielleicht kann er eines Tages wieder bei seiner Mutter leben.
Diese Informationen erhielten wir von unserem Partner in Manila, der "Christian and Missionary Alliance Church", Stand: Juni 2006
Hier einige Informationen zu unserem zweiten Patenkind:
Frank John Gallardo
aus Manila; Geburtstag: 31. Mai 1990
Frank John, genannt "Toto", ist sechzehn Jahre alt. Er besucht zur Zeit die fünfte Klasse der Elementary School. Er lebt seit Mai 2005 im
Kaagapay-Straßenkinderzentrum.
Die Gallardos lebten in South Magellanes, einem der vielen Armenvierteln Manilas. Frank John entstammt, wie so viele Kinder in Manila, einer zerrütteten Familie. Er ist
das älteste von sieben Kindern von Francisco und Josephine Gallardo. Seine Geschwister Jocelyn, Richard, Jeffrey, Junior, Jessa und Jasmine sind zwischen fünf und
dreizehn Jahre alt. Die Eltern haben sich bereits vor vielen Jahren scheiden lassen. Die Kinder sind bei der Großmutter aufgewachsen. Der Vater arbeitete als
Tricycle-Fahrer; mit dieser Tätigkeit verdiente er allerdings nicht sehr viel. (Ein Tricycle ist ein dreirädriges bedachtes Taxi, in dem mit Muskelkraft maximal zwei
Personen transportiert werden; in Manilas Straßen fahren Tausende dieser Fahrzeuge.) Es wird zudem berichtet, dass Frank, John und manche seiner Geschwister vom Onkel, der in
Drogengeschäfte venrvickelt war, mißbraucht wurden.
Das karge Einkommen des Vaters reichte kaum dafür aus, dass die sieben Kinder satt wurden. Dies hatte zur Folge, dass Frank John, ebenso wie seine Geschwister, nur
wenige Jahre die Elementary School besuchten beziehungsweise noch besuchen. Denn in die Schule zu gehen, ist mit Kosten verbunden.
Seit er ungefähr zehn Jahre alt ist, geht Frank John nicht mehr zur Schule. lm Häuschen der Großmutter war es sehr eng und ärmlich, Geld war keines
vorhanden, zudem erlebte er nicht die Geborgenheit einer intakten Familie. So hielt er sich bereits seit Jahren auf Manilas Straßen auf und geriet in schlechte
Gesellschaft. Er rauchte und schnüffelte Drogen. Er wurde immer mehr zum Straßenkind. Nur anfangs schlief er noch bei der Großmutter. Einige Jahre lebte er
auf der Straße; er verdiente einige Pesos durch kleine Gelegenheitsarbeiten, Klauen und Betteln. So war er lange Zeit einem brutalen Kampf ums Überleben ausgesetzt.
Und vermutlich wurde er auch dort misshandelt. Im Jahre 2004 lebte er für kurze Zeit im Jesus-Love-Straßenkinderzentrum. Von dort ist er wegen Problemen mit den
Verantwortlichen bald entwischt. Schließlich kam er mit den Sozialarbeitern der Alfiance Church in Kontakt, und seit Mai 2005 lebt er im
Kaagapay-Straßenkinderzentrum. Von dort geht er zur Schule, seit Juni dieses Jahres in die fünfte Klasse. lm Kaagapay fühlt er sich wohl; er hat ein Dach
über dem Kopf und erhält regelmäßig Mahlzeiten. Zudem erfährt er dort wohl zum ersten Mal in seinem Leben, dass er angenommen und geliebt wird,
so wie er ist. Hier fließt auch eine Vermittlung von biblischen Geschichten und christlicher Wertevermittlung mit hinein.
Die Jahre auf der Straße haben die Seele des Jungen verletzt. Nie hat er Liebe und Zuneigung seiner Eltem erhalten, er fühlte auf der Straße ein Verlassensein und
auch, dass er von seinen Eltern im Stich gelassen wurde.
Frank John ist dankbar, dass er zurzeit im Kaagapay leben und dort die Schule besuchen darf. Die Verantwortlichen im Kaagapay kümmern sich nach Kräften um ihn, und
nach und nach ist er in der Lage, sich zu öffnen und von sich zu erzählen. Er möchte mit den alten Freunden auf der Straße nichts mehr zu tun haben.
Frank John möchte längerfristig die Schule besuchen und, wenn möglich, einen Beruf ergreifen.
Der Kontakt zu seiner Mutter ist sehr unregelmäßig. Zum Vater ist der Kontakt enger, er zeigt mehr Interesse an seinem Sohn. Er zeigt so nach und nach Einsicht
bezüglich seiner Versäumnisse in der Eziehung seines Sohnes. Ein Ziel im Kaagapay könnte sein, dass Frank John, wenn möglich, eines Tages zum Vater
zurückvermittelt wird. Es gibt positive Ansätze diesbezüglich.
Diese Informationen erhielten wir von unserem Partner in Manila, der "Christian and Missionary Alliance Church" Stand: Juni 2006


Hey!
Sorry, dass ich Dir die Bilder jetzt erst schicke, aber ich musste die Kamera erst meinem Vater zurückgeben, weil wir für die Kamera gar kein Programm
auf unserem Computer haben. Ich hatte ich daran gar nicht gedacht :-/
Wie ich, glaube ich, schon erzählt habe, konnte ich nur ein paar Bilder wieder mit nach Deutschland bringen, weil die Kamera die meisten Bilder einfach gelöscht
hat, weil die Speicherkarte wohl nicht richtig darin war ... doofe Sache, aber zum Glück sind noch genau zwei Bilder vom Ofen und der Waschmaschine darauf geblieben!
Gott sei Dank dafür! Sonst wäre ich echt noch mehr sauer :-(
Ich finde eure Jugendseite echt cool; ich habe sie mir letztens mal angeschaut. Respekt! Und über eure Ideen freue ich mich riesig! Und meine Leute da unten auch.
Ich habe ihnen natürlich von der Jugend erzählt und halte sie immer auf dem Laufenden :-)
Liebe Grüße und Danke,
Katharina.
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